

Gruppentraining und Gruppenpsychotherapie
ADHS-Gruppe: Gruppentraining für Impulskontrolle und emotionale Regulation
Für Kinder und Jugendliche mit ADHS, Impulsivität und Schwierigkeiten in der Selbstkontrolle. Kinder mit ADHS haben selten zu wenig Energie, sondern Mühe, sie zu steuern. Fachlich spricht man von emotionaler Dysregulation: Gefühle entstehen schneller, sind heftiger und klingen langsamer ab. In der Gruppe werden genau diese Fertigkeiten trainiert: Impulse wahrnehmen, bevor sie zur Handlung werden, Aufmerksamkeit lenken, Frustration aushalten, Konflikte ohne Eskalation lösen. Erlebnisorientierte Übungen, Bewegung und Selbstbeobachtung werden mit den konkreten Alltagssituationen der Kinder verbunden.
Angst-Gruppe: Gruppentherapie bei Phobien
Für Kinder und Jugendliche mit sozialer Phobie, spezifischen Phobien, Prüfungsangst oder generalisierter Angst. Wer Angst hat, vermeidet, und wer vermeidet, bestätigt seine Angst. Die Gruppe arbeitet nach dem Prinzip der schrittweisen Konfrontation: Angst verstehen, Körpersignale lesen, Gedanken überprüfen, sich in kleinen, planbaren Schritten dem stellen, was Angst macht. Die Gruppe bietet dafür etwas, das keine Einzeltherapie ersetzen kann: reale soziale Situationen, Vorbilder und den Rückhalt von Kindern, die dasselbe kennen.
Autismus-Gruppe: soziales Kompetenztraining in der Gruppe bei Autismus-Spektrum-Störung
Für Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum ohne intellektuelle Beeinträchtigung. Die Gruppe ist ein Gruppentraining der sozialen Kompetenz: Gespräche beginnen und beenden, Mimik und Zwischentöne entschlüsseln, mit Veränderungen und Reizüberflutung umgehen, Freundschaften aufbauen und halten. Der Ablauf ist klar, vorhersehbar und respektiert die Besonderheiten der Kinder, statt sie wegzutrainieren.
Gruppe für Anpassungsstörungen und emotionale Regulation
Nicht jedes Kind, das Hilfe braucht, hat eine klare Diagnose. Auch Kinder und Jugendliche mit Anpassungsstörungen nach belastenden Ereignissen – Umzug, Schulwechsel, Krankheit oder Verlust eines nahestehenden Menschen, Mobbingerfahrungen – sowie Kinder mit Impulsivität, sozialem Rückzug oder Schwierigkeiten in der emotionalen Regulation oder Belastungsreaktionen können in eine der drei Gruppen aufgenommen werden. Gruppentraining der sozialen Kompetenz und der emotionalen Regulation wirkt unabhängig von der Diagnose: Sie stärken Selbstkontrolle, Selbstwert, Konfliktfähigkeit und den Umgang mit Gefühlen – Fertigkeiten, die jedes Kind in Schule, Familie und Freundeskreis braucht.
Ablauf, Dauer und Rahmen von Gruppentraining und Gruppentherapie
Jede Gruppe besteht aus höchstens sechs Kindern oder Jugendlichen und trifft sich fest an einem Wochentag – Donnerstag, Freitag oder Samstag. Einige Gruppen finden wöchentlich statt, andere alle zwei Wochen. Die Gruppen laufen kontinuierlich; Pausen gibt es nur in den bayerischen Schulferien und an Feiertagen. Ein Einstieg ist jederzeit möglich, sobald ein Platz frei ist.
Die Grundlage ist die kognitive Verhaltenstherapie; jede Sitzung verbindet Gruppentraining – Psychoedukation, Emotionsregulationstraining, soziales Kompetenztraining – mit gruppenpsychotherapeutischer Arbeit an dem, was in der Gruppe entsteht. Bewegung gehört dazu, weil Selbstregulation nicht nur im Kopf stattfindet.
Eltern und andere Bezugspersonen sind Teil der Behandlung. In regelmäßigen Bezugspersonengesprächen bzw. Elternberatungsgesprächen besprechen wir, was zu Hause weitergeführt werden kann. Diese Termine können selbst gebucht werden und finden vormittags statt.
Verbindlichkeit ist die Grundlage jeder Gruppe. Wer fehlt, fehlt nicht nur sich selbst, sondern der ganzen Gruppe. Es gelten klare Regeln zu Absagen und Ausfall, die Sie vor Beginn schriftlich erhalten und mit dem Behandlungsvertrag bestätigen.
Für wen die Gruppen geeignet sind
Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche bis zum 21. Lebensjahr, die gesetzlich krankenversichert sind, im Umkreis von etwa 30 Kilometern um Herrsching wohnen und ggf. folgende Diagnosen haben: ADHS, Angststörung, Autismus-Spektrum-Störung, Belastungs- oder Anpassungsstörung. Das Vorliegen einer Diagnose und/oder einer Überweisung ist nicht nötig. Ebenso wichtig wie eine kinder- und jugendlichenpsychotherapeutische Indikation ist die Gruppenfähigkeit: Das Kind muss bereit und in der Lage sein, mit anderen in einem Raum zu arbeiten, und die Familie muss die Termine zuverlässig wahrnehmen können.
Das Einzugsgebiet umfasst den Landkreis Starnberg (Herrsching, Starnberg, Gilching, Seefeld, Weßling, Andechs, Inning, Wörthsee, Gauting, Krailling, Tutzing, Feldafing, Pöcking, Berg), das Fünfseenland (Dießen, Utting, Schondorf, Eching, Greifenberg), den Landkreis Fürstenfeldbruck (Germering, Fürstenfeldbruck, Olching) und den Münchner Westen bis etwa 30 Kilometer Luftlinie um Herrsching (Pasing, Aubing, Neuaubing, Planegg, Gräfelfing).
Für wen die Gruppen nicht geeignet sind
Nicht geeignet ist das Angebot bei akuten psychiatrischen Krisen, bei fehlender Schulbesuchsfähigkeit, bei Störungen des Sozialverhaltens als Hauptproblem oder wenn eine intensive Einzeltherapie angezeigt ist. Gruppenarbeit setzt eine einheitliche und kooperative Zusammenarbeit mit den Sorgeberechtigten voraus. Privatversicherte kann ich derzeit nicht aufnehmen.
Aufnahme: So kommen Sie zu einem Gruppenplatz
Der Zugang läuft vollständig schriftlich. Zuerst bekunden Sie über diese Website Ihr Interesse – das dauert eine Minute und verpflichtet zu nichts. Sie erhalten daraufhin eine Mail mit aktuellen und ausführlichen Informationen zu Rahmenbedingungen, Regeln und dem weiteren Ablauf. Wenn Sie danach weiterhin interessiert sind, können Sie sich zur Sprechstunde anmelden. Sobald hierzu Vakanzen sind, werden Sie per Mail eingeladen.
Die psychotherapeutische Sprechstunde umfasst bis zu 5 Termine: ein gemeinsames Kennenlernen mit Kind und Bezugspersonen, Termine mit dem Kind allein einschließlich testpsychologischer Diagnostik und ein abschließendes Indikations- und Befundgespräch. Danach entscheide ich, ob und in welcher Gruppe ich einen Platz anbieten kann. Alle weiteren Informationen, Fristen und Unterlagen erhalten Sie per E-Mail.
Aufnahmen werden nicht telefonisch besprochen. Alle Schritte, Fristen und Unterlagen kommen per E-Mail, damit alle Familien dieselben Informationen und dieselben Chancen erhalten.
