Häufige Fragen zu Gruppentraining und Gruppentherapie für Kinder

Was wird in einer Gruppentherapie für Kinder gemacht – und was ist der Unterschied zum Gruppentraining?

Die Gruppe trifft sich regelmäßig, mit klarem Ablauf. Ein Trainingsteil vermittelt Fertigkeiten nach einem gezielten Programm, der psychotherapeutische Teil arbeitet mit dem, was zwischen den Kindern gerade passiert – beides gehört in jeder Sitzung zusammen. Was in der Gruppe passiert, bleibt in der Gruppe; Regeln zu Vertraulichkeit, Handys und Umgang miteinander gelten für alle.

Ist Gruppentraining oder Gruppentherapie bei ADHS sinnvoll?

Ja, gerade bei ADHS. Impulskontrolle, Frustrationstoleranz und Selbststeuerung sind soziale Fertigkeiten und werden dort geübt, wo andere Kinder sind. Die Gruppe liefert das Reizumfeld, an dem Kinder mit ADHS sonst scheitern, und macht es zum Übungsfeld.

Welche Rolle spielt emotionale Dysregulation bei Kindern mit ADHS?

Eine zentrale. Unaufmerksamkeit und Unruhe sind die sichtbaren Symptome, aber was Familien am meisten belastet, sind meist Wutausbrüche, Tränen und das Umkippen von null auf hundert. Die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und zu dosieren, ist bei ADHS oft schwächer entwickelt – und sie lässt sich trainieren. Genau darauf zielt die Funkenreiter-Gruppe.

Was ist der Teufelskreis bei ADHS?

Das Kind handelt impulsiv, die Umgebung reagiert mit Kritik, das Kind erlebt sich als falsch, wird unsicherer oder trotziger und handelt wieder impulsiver. Nach einigen Jahren glaubt es selbst, dass es nichts kann. Die Gruppe unterbricht diesen Kreis an zwei Stellen: Sie gibt die Möglichkeit, neue Handlungen einzuüben, und liefert Erfolgserlebnisse vor Zeugen.

Welche Methoden gibt es zur Emotionsregulation bei Kindern?

Gefühle früh erkennen (Körpersignale lesen), Stopp-Techniken, Atem- und Bewegungsübungen, Gedanken überprüfen, Situationen vorausplanen, sich selbst instruieren. In der Gruppe werden diese Methoden nicht erklärt, sondern gespielt, geübt und im Ernstfall angewendet.

Welche Therapieformen gibt es für Angststörungen bei Kindern?

Als wirksamste Behandlung gilt die kognitive Verhaltenstherapie, einzeln oder in der Gruppe. Kern ist die schrittweise Konfrontation: Das Kind lernt, sich dem zu stellen, was es fürchtet, und erlebt, dass die Angst von selbst nachlässt. In der Gruppe dienen die anderen Kinder als Vorbilder, Mitstreiter und Publikum – gerade bei sozialer Phobie ist das kaum zu ersetzen.

Was löst Angststörungen bei Kindern aus?

Meist ein Zusammenspiel aus einer sensiblen Grundausstattung, belastenden Erfahrungen und gelerntem Vermeiden. Die Frage nach der Schuld führt in die Irre; die Frage, was das Kind jetzt lernen kann, führt heraus.

Wann ist Gruppentherapie nicht sinnvoll?

Wenn ein Kind akut in einer Krise ist, die Schule nicht mehr besucht, andere Kinder massiv stört oder gefährdet, oder wenn es so belastet ist, dass es zunächst einen geschützten Einzelrahmen braucht. In diesen Fällen verweise ich an geeignete Stellen.

Kostet die Gruppentherapie etwas?

Nein. Gruppenpsychotherapie einschließlich des Gruppentrainings ist eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie brauchen keine Überweisung. Privatversicherte kann ich derzeit nicht aufnehmen.

Ab welchem Alter?

Die Gruppen sind altershomogen zusammengesetzt, in der Regel vom Grundschulalter bis ins junge Erwachsenenalter (bis 21 Jahre). Ob eine passende Gruppe für Ihr Kind besteht, klärt sich in der Sprechstunde und anschließend in der Suche nach einem Platz in einer passenden Gruppe.

Wie lange dauert eine Gruppentherapie?

Zunächst wird eine Kurzzeittherapie beantragt, die bei Bedarf verlängert werden kann. Eine Gruppentherapie läuft in der Regel über ein bis zwei Jahre. Alle sechs Monate werden die Therapieziele gemeinsam überprüft.

Muss mein Kind schon eine Diagnose haben?

Nein. In der Regel ist Diagnostik Teil der Sprechstunde. Vorbefunde von Kinderärzten, Kinder- und Jugendpsychiatern oder Frühförderstellen sind hilfreich und häufig maßgeblich.

Gibt es Online-Gruppen?

Nein. Die Gruppen finden ausschließlich in Präsenz in Herrsching statt. Bezugspersonengespräche finden per Video oder in der telefonischen Sprechzeit statt.

Kann ich anrufen?

Die Praxis kommuniziert ausschließlich per E-Mail. Der gesamte Aufnahmeprozess läuft schriftlich über die Website und E-Mail, damit alle Familien dieselben Informationen und dieselben Chancen erhalten.

Bekommt mein Kind eine Bescheinigung für die Schule?

Ja. Für Termine während der Schulzeit erhalten Sie vierteljährlich eine Teilnahmebescheinigung als PDF.